16. August 2007, von

Abgefahren, aufwärts

Die New Yorker Untergrundbahn bringt nicht nur ihre Fahrgäste weiter.  Manchmal befördert sie auch eine Karriere.

Musik in einer Subway Station — das ist in Manhattan nichts Ungewöhnliches.  Meist wird dort sogar legal aufgespielt, denn die Verkehrsbetriebe MTA (Metropolitain Transportation Authority) haben vor Jahren ein Programm aufgesetzt, das Künstler in den Untergrund lockt.  Wer für MUNY — das steht für Music under New York — spielt, der hat es in New York, NY zwar noch nicht geschafft, doch zumindest schon mal ein aussergewöhnliches Publikum an oft exponierten Plätzen.

NYC Subway Violinist

Sicher gibt es für einen filigranen Violinisten ein grösseres Vergnügen, als unter der 42. Strasse gegen das Quietschen der gerade einlaufenden Linie S anzuspielen.

Andererseits wird auch nicht jedem die Gelegenheit dazu gegeben:  Für interessierte Musiker gibt es jeden Frühling ein Vorspielen im Grand Central Terminal.  Und wer dort durchkommt, dem kann es ergehen wie Singer/Songwriter Susan Cagle:  Eines Tages wurde sie dort ganz unten entdeckt — und sie ist auf dem Weg nach ganz oben.

Ihr erstes Album The Subway Recordings wurde tatsächlich an den Originalschauplätzen der Subway-Stationen Times Square und Grand Central aufgenommen.  Züge reiben sich hörbar an den Gleisen, Menschen gehen vorbei, manche bleiben stehen.  Immerhin so viele, dass sie 30.000 unterirdische CDs verkauft hat.

Der solide Mainstream Rock/Pop von Susan Cagle ist bisher sicher nicht weltbewegend, aber er hat sie von den zugigen Bahnhöfen bis in die Oprah Winfrey Show gebracht — zusammen mit der für solche Talkshows notwendigen schmalzigen Geschichte.

Ob die Violinisten ähnliches Glück hatten?

-fj

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