29. Juni 2009, von

Sommermorgen

Frühmorgens, es ist dunkel.  Die Kirchturmuhr schlägt: 1-2-3-4-mal.  Wie lange mag ich schon wach sein?

Warm ist es.  Ich habe Durst.  Kein Wasser am Bett — das bedeutet Aufstehen.  Schweren Herzens quäle ich mich hoch, gehe ins Bad, trinke etwas.  Das Thermometer zeigt 17 Grad um vier Uhr in der Früh — der Sommer ist angekommen.  Ich lasse mich erschöpft wieder ins Bett fallen, schliesse die Augen — und kann nicht mehr einschlafen.

Die Nacht hat mich verloren, der Tag gefangen.  Ich gehe in den halbdunklen Garten, wo ein paar Fledermäuse lautlos jagen.  Abgesehen von den Mücken an meinen Beinen ist es ein wunderbarer Morgen.

Die Amsel tiriliert bereits ihr Morgenlied.  Es ist schön, ihr zu lauschen.  Sie weckt die Spatzen, die dem Hahn spöttisch ein «guten Morgen» piepsen — viel zu aufgeregt für die Tageszeit!  Aber immerhin:  So kann auch er die Müdigkeit aus den Federn schütteln und seinen heiseren Morgengruss in die Nachbarschaft schicken.

Der Sommer ist da.  Wie jedes Jahr werde ich über hohe Temperaturen oder Gewitter nicht klagen — denn es ist einfach eine schöne Jahreszeit hier in der Wetterau.

Als die Kirchturmuhr erneut schlägt und Gänse übers Haus fliegen, bin ich schon wieder im Bett und doch noch mal eingenickert.

-fj

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