9. Juli 2009, von

Paris, 8. Juli 2009

Mit dem Zug nach Paris — eine entspannte Reise.  Keine Wartezeiten an Flughäfen, kein Stau auf der Fahrt von Charles de Gaulle in die Pariser Innenstadt, kein mies gelaunter Taxifahrer, der mit halsbrecherischen Manövern auf der Périphérique der Uhr ein Schnippchen schlagen will.  Dafür viel Platz im TGV, ein überaus freundlicher Service — nur das Essen (im Fahrpreis enthalten für Reisende mit Ziel Paris) ist ähnlich lieblos wie auch meist im Flugzeug.  Es wird aber auch noch vor der französischen Grenze serviert — und was will man in der Nähe von Mannheim schon erwarten?

Angekommen, Gare de l’Est, mitten drin in der Stadt.  Drei, vier Metrostationen und da ist schon das Hotel.  Balkon zum Boulevard Haussmann, Blick über die Dächer — wunderbar.  Wenn es jetzt noch ruhig wäre!  Doch es ist vermutlich das Privileg mancher Bewohner grosser Städte, mit extra lauten Fahrzeugen durch die Nacht zu donnern.  Wenn das Auto an sich unglücklicherweise zu leise ist, macht man diesen bedauernswerten Mangel durch den verstärkten Gebrauch der Hupe wett.  Viel zu stören scheint das nicht, weder in Paris noch sonstwo.  Stadtleben eben.

Ein Spaziergang zur Oper, verweilen ist das Motto, den letzten Rest der blauen Stunde geniessen, Nachtfotos machen, die tatsächlich dunkel sind.

Die schwarze Limousine steht bereits dort, als ich ankomme.  Direkt vor der Oper.  Touristen, die sich mit den Fotos in ihren Reiseführern nicht begnügen wollen, dürfte das nicht stören.  Freundin, Freund, Kind, Frau, Mann, Tante oder Onkel gehören da schliesslich mit drauf.  Man war da, es ist bewiesen!

Als ich zwei Stunden später ins Hotel zurück gehe, steht das Auto immer noch dort.  Mit ständig laufendem Motor selbstverständlich, die Scheibe heruntergelassen, damit der wartende Chauffeur aufgrund der Klimaanlage nicht zu sehr fröstelt.

Zur selben Zeit dürfte auf dem G8-Gipfel in Italien in einer extra angesetzten Nachtsitzung intensiv über Klimaschutz diskutiert worden sein.

-fj


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