26. August 2009, von

Kleine Äpfel backen

Wahre Meldung 1

Wetterauer Tagesspargel

Josef Ackermann

Quelle: Deut­sche Bank

Etwas ver­spä­tet zwar — aber auch die Wet­ter­auer Welt­bil­der wün­schen Herrn Acker­mann alles Gute zum Geburts­tag (viel­leicht wird man ja mal ein­ge­la­den?).

Acker­mann, Acker­mann, fra­gen Sie sich viel­leicht, wer war das noch mal?  Ah, das ist doch der nette schwei­zer Herr von der Bank, nein, nicht der ganz nette, der ist von der Ver­si­che­rung.  Der Acker­mann-Josef ist der, dem im Rah­men einer Anklage wegen Untreue (Man­nes­mann-Pro­zess, 2004) die­ses Zitat zuge­schrie­ben wird:

«Dies ist das ein­zige Land, in dem die­je­ni­gen, die Erfolg haben und Werte schaf­fen, des­we­gen vor Gericht gestellt wer­den.»

Damit meinte er übri­gens nicht die Schweiz, son­dern Deutsch­land.

Jetzt erfah­ren wir, dass Herr Acker­mann unter noch nicht geklär­ten Umstän­den von der deut­schen Kanz­le­rin im deut­schen Kanz­le­rin­nen­amt eine kleine Feier aus­ge­rich­tet bekam.  Dazu durfte er nach eige­nen Anga­ben die Gäste (hier die Gäs­te­liste) aus­su­chen.  Das ist eine sehr nette Geste von Frau Mer­kel, finde ich.

Dass die Feier auf Kos­ten der deut­schen Steu­er­zah­ler aus­ge­rich­tet wurde, ist unstrit­tig — ob es eine pri­vate Feier war dage­gen nicht.  Das soll heute im Bun­des­tags-Haus­halts­aus­schuss geklärt wer­den.

Wahre Meldung 2

Wetterauer ErdbeerenDiese Seite über die Bio-Brot­box führte mich zu dieser Mel­dung:  Das von der Euro­päi­schen Union beschlos­sene und geför­derte Schulobst­pro­gramm (20 Mil­lio­nen Euro bekommt Deutsch­land bei einer Teil­nahme dafür von der EU) schei­tert bei uns, weil man sich hier­zu­lande über die Zustän­dig­keit in der Rest­fi­nan­zie­rung nicht einig wurde.  Es feh­len 12,5 Mil­lio­nen Euro, die zusätz­lich auf­ge­bracht wer­den müs­sen.  Weder Bund noch Län­der wol­len das über­neh­men (unter ande­rem nach­zu­le­sen bei Focus).

Die Folge:  Schü­ler erhal­ten kein kos­ten­lo­ses Obst in den Schu­len.

Län­der und Bund strei­ten wie Fuss­ball­pro­fis um einen Ein­wurf an der Mit­tel­li­nie, wäh­rend vorne ver­säumt wird, Tore zu schies­sen.  Aber so muss Poli­tik wohl sein:  Wir haben keine Pro­bleme, die drin­gend gelöst wer­den müs­sen — nein, wir haben zuerst mal Zustän­dig­kei­ten, die viel wich­ti­ger sind.  Und wenn etwas nicht voran geht oder schlecht läuft, ist eine nicht vor­han­dene Zustän­dig­keit immer eine gute Aus­rede für das Nichts­tun.

Keine wahre Meldung

Das wäre etwas, oder?  Der Mann könnte mit so einer Aktion seine Sym­pa­thie­werte (auf der offi­zi­el­len Skala von 1-10) glatt vom aktu­el­len Wert (-113) um drei Punkte ver­bes­sern.

Sie fra­gen sicher besorgt:  Kann sich Herr Acker­mann eine so gross­zü­gige Geste über­haupt leis­ten, wenn er sich aus Anlass sei­nes Geburts­tags vom ein­fa­chen Steu­er­ta­ler­zah­ler aus­hal­ten las­sen muss?  Nun, ich glaube, er wird’s irgend­wie hin­be­kom­men.  In Geld­din­gen sollte er nicht allzu uner­fah­ren sein.  Immer­hin konnte er seine mög­li­che Ver­ur­tei­lung im oben genann­ten Pro­zess dadurch umge­hen, dass er frei­wil­lig 3,2 Mil­lio­nen Euro gezahlt hat.

Damit hat er sich damals eine mög­lich Vor­strafe erspart — und ob mit die­ser Vor­strafe die Kanz­le­rin ein Essen zu sei­nen Ehren …?

-fj

Foto Dr. Josef Acker­mann: mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Pres­se­ab­tei­lung der Deut­schen Bank AG, Frank­furt

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