7. August 2013, von

Touché!

Zu ernst ist diese Welt!  Unsere Spassgesellschaft hat es schwer, seitdem Peter Scholl-Latour Stunden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 leichenbitter ihr Ende verkündete.

Vertreter der Generation Spass sind seitdem vom Aussterben bedroht.  Kaum einer der jungen Leute traut sich noch, mit böllernder Musik aus seinem Auto unsere Städte und Dörfer zu beschallen.  Wo sind  all die Menschen im spassigen Vollrausch, die gröhlend durch die Strassen ziehen und fröhlich in Vorgärten kotzen?  Alles vorbei!

Der Niedergang unserer Spasskultur wurde bereits kurz vor Scholl-Latours finalem Verdikt eingeläutet durch die Generation Golf.  Was kann man erwarten von einer Gruppe junger Erwachsener, die einem Automodell huldigt?  Lackpflege am Wochenende statt endlose, berauschende Parties — einen krasseren Verfall unserer Werte könnte wohl nur noch ein politisches Engagement der flügge gewordenen Mitbürger darstellen.

Die folgende Generation Praktikum zeigte, dass es noch schlechter ging:  Jetzt wurde nicht mal mehr ein Einkommen erzielt, mit dem man den Zugang zur Generation Golf hätte erkaufen können.  Doch es geht noch schlimmer!

Heute leben wir in der Generation keine Ahnung:  110 % aller mir bekannten jungen Menschen beantworten einfachste Fragen mit einem — oft nicht mal verschämten — „keine Ahnung“.  Womit sie vermutlich sogar den Nagel auf den Hamm… — wie hiess das doch gleich noch mal?  Egal, keine Ahnung, sorry.

Dabei ist die Lösung so einfach:  Wir müssen zurückfinden zur Spassgesellschaft!

Mein Leib- und Magenblatt tut etwas dafür und bietet mir jeden Tag einen Cartoon namens Touché von einem Zeichern namens Tom.  Wenn die beste Partnerin von allen und ich die letzte Seite der Zeitung nicht beim Kampf darum zerfetzt haben, lese ich ihn sogar noch vor den Sportmeldungen.

Und auch Sie, liebe Leserinnen und Leser dieser Kolumne, können das:  Toms Touché gibt’s online.  Unzerfleddert.

-fj

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