11. März 2014, von

[Update] Teilweise unerfreulich

Vorletzte Woche wurden die Schilder aufgestellt:  Auf den meisten Strassen Birsteins darf nun offiziell nicht schneller als 30 km/h gefahren werden — ohne dass man das diskutieren müsste.  Ausgenommen ist nach wie vor die Kreisstrasse K926.  Hier sieht sich die Gemeinde nicht in der Lage, für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen.

Bemerkenswert:  Am Rande der Initiative kam es zu unschönen Vorfällen.  So wurden von verschiedenen Bewohnern Völzbergs Vorbehalte gegen die Massnahme der Gemeinde vorgebracht — nicht immer in einer angemessenen Form, in keinem Fall mit irgendeinem inhaltlichen Argument.  Da geht es wohl weniger um das, was da passiert ist, sondern vielmehr um denjenigen oder die Gruppe, der/die die Idee hatte/n.  In diesem Zusammenhang beklagten sich auch Menschen über die Tempobeschränkung, die in der Vergangenheit innerörtlichen Rasern mit Gehstock oder Faust gedroht hatten.

Von manchen wird tatsächlich mir persönlich der Vorwurf gemacht, dass ich die Verantwortung für die (im Einzelfall) unerwünschte Tempobegrenzung trage.  Nun, gegen mangelndes Verständnis ist offenbar immer noch kein Kraut gewachsen.  Wer ausblendet, dass Ortsbeirat und Gemeindevorstand diese Massnahme beschlossen haben, der hat wohl weder das System unserer Demokratie verstanden, noch wertschätzt er eine aktive Beteiligung von Bürgern in unserer Gemeinde.

Zuspruch, Ablehnung und Gleichgültigkeit halten sich vermutlich die Waage — auch wenn es Völzberger Bürger gibt, die immer noch behaupten, dass niemand diese Tempobeschränkung wollte.  Denen kann nur geraten werden, sich mit den Hintergründen zu beschäftigen und mit den Eltern der Völzberger Familien zu reden, die diese Sache unterstützen.  Das werden aber sicher nur diejenigen tun, die ein ernsthaftes Interesse an der Fortentwicklung unserer Gemeinde haben.  Meine Erfahrung der letzten Tage war so, dass statt über sachliche Inhalte lieber über persönliche Befindlichkeiten geredet wurde.

Hilfreich wäre es zudem gewesen, wenn der Ortsbeirat dieses Thema der Bevölkerung nahe gebracht hätte.  Bedauerlicherweise bestand jedoch zu keinem Zeitpunkt ein Interesse, die Tempobeschränkung zusammen mit den Bürgern zu diskutieren und die Vorteile zu kommunizieren.

Stand heute benutzen die Völzberger Schulkinder auf ihrem Weg zum Schulbus natürlich immer noch auch die K926 — auf der nach wie vor 50 km/h gefahren werden darf, und manchmal deutlich schneller gefahren wird …

-Frank Jermann

Bisher erschienene Artikel zu dem Thema:

  1. Tempo 30: Ein Jahr später (27. Oktober 2014)
  2. [Update] Teilweise unerfreulich (11. März 2014)
  3. [Update] Stichwort: Langsam (30. Januar 2014)
  4. [Update] Es ist offiziell (13. Dezember 2013)
  5. [Hingeschaut] Bedrückende Parallelen (7. Dezember 2013)
  6. [Update] Teils, teils (6. Dezember 2013)
  7. [Update] Tatenlos zusehen? (3. Dezember 2013)
  8. [Update] Absurdes (2. Dezember 2013)
  9. [Update] Völzberger Ortsbeirat tagt (29. November 2013)
  10. [Update] Der Bürgermeister informiert (28. November 2013)
  11. [Update] Ja, nein, Gummibaum? (6. November 2013)
  12. [Update] FBG: Tempo 30 wird unterstützt (15. Oktober 2013)
  13. [Update] Ortsbeirat: Keine Neuigkeiten (7. Oktober 2013)
  14. Ü30/40/50-Party (3. Oktober 2013)
  15. Tempo 30 in Völzberg (20. Januar 2013)

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